Reiselust & Lebensstil
- Ich wollte nie eine „Aussteigerin“ sein. Ich wusste gar nicht, was das ist, als ich es wurde. Geplant waren 3 Monate für eine Neuorientierung in Thailand. Das war 2011. Neuorientiert bin ich, aber wirklich „zurückgekommen“ bis heute nicht.
- Seit 2016 lebe und arbeite ich nomadisch zwischen Berlin, Bangkok, Koh Phangan, meiner alten hessischen Heimat und den Orten, an die mich meine Reiseleitung führt. Die Phasen in Berlin verlängern sich allerdings jedes Jahr mehr.

- Ich lebe „minimalistisch“. Das ergibt sich, wenn frau jahrelang aus dem Koffer lebt. Das Gepäckstück fasst maximal 25 Kilogramm für alle Klimazonen, Jobbeschreibungen und Ernährungsvorlieben.
- Thailand ist meine große Liebe. Ich erlebe die Menschen dort als unglaublich unkompliziert, erfinderisch und hilfsbereit. Mein Leben in Südost-Asien war immer geprägt von Freiheit und Leichtigkeit – Werte, die mir sehr wichtig sind.
- Im 2. Jahr der Pandemie, als Reisen nach Asien weiter kompliziert war, habe ich 3 Monate in Italien verbracht und eine brandneue Landesliebe entdeckt. Bella Italia – an jeder Ecke ein anderes Wunder aus Natur oder Kultur!
- Die Initialzündung für diese Lebensentscheidungen war ein 8-wöchiger privat organisierter Überlandtrip von Heidelberg nach Dakar im Jahr 1996. Nach soviel Abenteuer in der Sahara war ich unbrauchbar für eine „geregelte“ Erwerbsbiographie.
- Meine erste längere Reise war 5 Jahre später eine 8-monatige „Round-the-World-Tour“, die mich durch Thailand, Kambodscha, Vietnam, Laos, Malaysia, Singapur, Australien, Hawaii und Mexiko führte. Man schrieb das Jahr 2001 und ich „bloggte“ an meinen Email-Verteiler und arbeitete „remote“ als Editorin für eine Wiesbadener Unternehmensberatung.
- „Thailand-Simone“ wurde mein Spitzname nach dieser Reise. Spätere „Spitznamen „Cheu Len“ (Spielnamen) von Thailänder*innen sind hängengeblieben: Simona oder „Monaaaa“ – mit langem, ansteigenden Endvokal, wie in Thailand üblich.
- Leben ist ein Prozess und ständiger Wandel. „Reisen ins Hier“ ist mein Weg, egal wo ich bin, bei mir selbst zu sein und so einen Ankerpunkt, ein „mobiles Zuhause“ zu kreieren.
Trivia aus der Jugend
- Mein erstes und einziges Haustier war ein Teddy-Hamster namens Meffi. Meffi war eine verwandte Seele. Er ist mehrfach aus seinem Käfig entflohen und hat Vorräte in anderen Räumen angelegt, die wir Jahre später beim Tapezieren wiederfanden.
- Als Jugendliche war klassische Gitarre mein größtes Hobby. Höhepunkt meiner vielleicht 10-jährigen „Gitarrera“-Karriere waren eine Reihe von Abend-Konzerten im gemischten Doppel.
- Die erste Schallplatte, die ich auf Dauer-Repeat gehört habe, war „Black Celebration“ von Depeche Mode. Dann auf Kassette überspielt und im Sommer 1986 auf der Wiese im Freibad mit der Peergroup rauf- und runterlaufen lassen.
- Mein erstes Live-Konzert war die Band „A-Ha“ in Frankfurt. Ich war vielleicht 14 Jahre alt und Frankfurt bedeutete zu der Zeit noch die große, weite Welt.
- Schulsport war die Hölle für mich. Vor allem die ganzen Ballspiele und das damit verbundene Wählen der Mannschaften. Ich blieb immer lange auf der Bank sitzen. Hätte man die Verteilung eigentlich auch weniger demoralisierend machen können?
Jobs
- Mein erster Job war Werbeprospekte austragen im Dorf in Mittelhessen. Zu Fuß bei Wind und Wetter. Das Kind darf an die frische Luft!
- Mit Gitarren-Unterricht privat und an der Volkshochschule Gelnhausen habe ich in der Oberstufe erste Schritte als Lehrerin probiert und den Grundstein für meine Erklärfreude gelegt.
- Nach dem Abi habe ich für eine Sommersaison ein Designerleuchten-Fachgeschäft (hessisch „Lambe-Laade“) geschmissen, um Geld für das erste eigene Auto (einen feuerroten gebrauchten Golf 1) zu erwirtschaften.
- Danach kam die freie Mitarbeit beim „Gelnhäuser Tageblatt“. Als rasende Reporterin bei Kaninchenzüchtern, Gesangvereinen und Ortsbeiratssitzungen habe ich eine echte Leidenschaft gefunden: Informationen sammeln und verständlich an andere weitergeben.
- Konsequenterweise war Tageszeitungsredakteurin meine erste Festanstellung. Im Volontariat bei der Mainzer Allgemeinen Zeitung durften die Jungredakteurinnen über Ereignisse von Lampertheim bis Idstein berichten.
- Nach dem Weltumrundungs-Trip wollte ich nach Australien auswandern und schulte dafür auf „Internet Professional“ um. So hieß das im Jahr 2000 und führte dazu, dass ich außer Online-Redakteurin auch Konzepterin und Projektmanagerin wurde. Bis Australien kam ich damit allerdings nie.
- An einem Institut der Fachhochschule Mainz haben wir mit einem großen Team eine bildgewaltige Website zum Welterbe Oberes Mittelrheintal gemacht. Das Projekt und die kreative Umsetzung des Auftritts für die Landesgartenschau Bingen finde ich immer noch großartig. (Leider nicht mehr online.)
- Mit der „New Identity“ als Projektmanagerin habe ich nicht lange leben können. Die gleichnamige Firma, die meine nächste Station mit Endziel Burnout war, gibt es nicht mehr. Aber noch viele wertvolle Connections aus jener Zeit.
- Der Anfang vom Ausstieg war ein Gig in der Erwachsenenbildung in Ao Luk, an der Andamanensee in Thailand. Aufgabe: Englisch in der Abendschule unterrichten, nebst Zertifikat „Teaching English as a Foreign Language“ (TEFL).
- Danach habe ich eine Saison lang im 5-Sterne-Ressort an einem der schönsten Strände Thailands Englisch unterrichtet. Ich war unter anderem zuständig für die Köche der 4 Onsite-Restaurants. „Teacher, teacher! First eat, then teach!“ war die Parole, die uns im tiefsten Herzen verbunden hat.
- Zur Reiseleiterin wurde ich, weil mir der Englischlehrerinnenjob mit seinem 6-Arbeitstage-pro-Woche-Vertrag im Paradies nicht sinnvoll erschien, und ich nicht zurück „nach Hause“ wollte.
- Ganze 5 schöne Jahre bin ich parallel dazu mit dem Team von „Akasha Yoga Academy“ zwischen Thailand, Bali und Indien gependelt, um Yogalehrer*innen auszubilden, selbst Unmengen Yoga und Meditation zu praktizieren und in Satsangs zu sitzen.
Leidenschaften
- Ich lerne wahnsinnig gerne Sprachen. Leider kann ich sie mir nicht merken. Wenn ich nur könnte, dann wäre ich nach Schule, VHS und Auslandsaufenthalten fließend in englisch, französisch, russisch, Latein, altgriechisch, spanisch, thailändisch und italienisch. Aber es macht irre Spaß, beim Sprache Lernen, die darunter liegende Kultur ein wenig mehr zu verstehen.
- In meinen 30ern musste das Essen sehr scharf sein. Das mündete sogar darin, dass Kolleg*innen einmal einen Schärfe-Wettbewerb für mich organisierten. Bescheidenheit habe ich in der Kantine meines Lehrerinnen-Jobs in Südthailand gelernt.
- Meine liebsten Kleidungsstücke sind lange, weite Hosen. Am besten Schlaghosen. Langes Bein mit einer Stoffglocke untendran – perfekt! Im warmen Klima weite leichte helle Stoffhosen. Die eignen sich für einfach alles.
- Ich liebe es, mit dem Scooter über eine Insel zu düsen – tendenziell wenig Verkehr und generell ein langsameres Lebenstempo. Es hilft, wenn es warm ist dafür, wie in Südthailand oder Bali. Aber Italien geht auch.
- Nach 15 Jahren in Asien esse ich am liebsten warm, bin aber nicht sehr kreativ im Kochen. Und so gibt es immer dieselben 5-6 Gerichte im Wechsel. Hauptsache viel Gemüse, vor allem Spinat und Broccoli.
- Lieblingsgetränke: Frische Kokosnuss, Matcha Latte, Aperol Spritz bei Sonnenuntergang auf der Insel.
- Vor kurzem habe ich mir eine Ukulele zugelegt. Zwar lagern auch noch 3 Gitarren an verschiedenen Orten in meinem Elternhaus in Hessen. Aber die Ukulele ist neu, niedlich und einfacher im Transport.
- Ich bin Trekkie. Nicht so sehr Kirk & Co. Auch wenn das Kleidchen im Keller und der Tricorder aus dieser Ära stammt. Angefangen hat es für mich mit Next Generation, die ich safe 3x komplett gesehen haben dürfte. Deep Space 9 war interessant, aber nur für einen Durchlauf. Und wirklichen Suchtfaktor hat(te) Voyager für mich. Bei einer Star Trek-Convention, habe ich immerhin mal den Darsteller von Q in live gesehen.
- Schokolade kann ich lange liegen lassen, aber Chipse – speziell Crunchips Salz & Pfeffer – werden bei mir nicht alt. Da hilft nur, gar nicht erst kaufen, oder dafür das Abendessen weglassen.
- Die erste Domain, die ich für mich selbst reserviert habe, hieß „text-and-links.de“. Mein erstes Online-Business! Heute habe ich ganze 6 Domains angemeldet – manche schon Geschichte, andere entwickeln sich noch.
- Ich liebe „Sequencing“. Ganz gleich ob für Yoga-Klassen oder größeren Rundreisen – eine gelungene Abfolge auszutüfteln ist ein kreativer Akt, der mich unglaublich froh macht.
In Bewegung
- Jazztanz, Joggen und Fitnesstudios waren früh meine Alternativen zum Schulsport. Hauptsache kein Ball.
- Mit meinen Eltern musste ich immer Urlaub in den Bergen machen. Fand ich damals doof. Wollte Strand. Heute führe ich Wanderreisen – auch im Gebirge!
- In der Mittelstufe habe ich die klassischen Tanzkurse für Standard und Latein in der örtlichen Tanzschule gemacht. Inklusive Mittel- und Abschlussball. Im Studium dachte ich für ein paar Wochen, ich müsste Formation tanzen.
- Stattdessen habe ich mich tänzerisch in diversesten Clubs verwirklicht. Oder „Disco“ wie es in den 80ern und 90ern noch hieß. Heute liebe ich Ecstatic Dance-Events, vor allem mit elektronischer Musik und bitte ab 11 Uhr morgens.
- Meinen ersten und einzigen Halbmarathon bin ich 2006 in Mainz mitgelaufen. 21 Kilometer unter 2 Stunden nach einem Winter voller Lauftraining, Fitness und Sauna. Der einzige deutsche Winter, in dem ich nicht krank war!
- Es gab eine Zeit, da besaß ich 3 Kletterseile an verschiedenen Orten. Klettern am Fels war viele Jahre DAS Lebenselixier für mich und ich denke heute noch, dass die Jahre in der Gemeinschaft der Kletter-Clique zu den besten meines Lebens gehören.

- Der Tauchschein kam quasi automatisch mit dem Inselurlaub auf Koh Tao. 50 Tauchgänge in 25 Jahren ist nicht gerade viel, aber es waren wundervolle Erlebnisse in der Unterwasserwelt von Honduras, über Bali bis Australien.
- Meine erste Yoga-Klasse fand über die Volkshochschule in Mainz in einer Turnhalle statt und lief eher unter der Rubrik „Gymnastik“. War bestimmt nicht schlecht. Ich erinnere mich nicht mehr so genau.
- Ziemlich gut erinnere ich mich dagegen an meine erste Klasse bei „Yoga Vidya“ in Mainz. Es gab Bilder von blauen Menschen mit vielen Armen, kostenlosen Chai und Räucherstäbchen. Ich war kultur-schockiert, aber neugierig.
- Fast Forward zur „Yoga University“ in Thailand: Yoga ist nicht mehr ein Termin am Donnerstagabend, sondern Tor zu vielen östlichen Weisheitstraditionen, einem erweiterten Weltbild und langjähriger täglicher Praxis.
- Bis heute gehe ich die meisten Tage morgens auf die Matte. Nicht jeden Tag und nicht jeden Tag Yoga. Aber Bewegung am Morgen, auch mal Krafttraining oder Somatik, macht aus mir zuverlässig einen besseren Menschen.
Dies & Das
- Geboren bin ich in der Brüder-Grimm-Stadt Hanau. Nicht unbedingt märchenhaft, aber solides Hessen, mittendrin zwischen Frankfurt und Fulda.
- Nicht Liegestühle und auch nicht Swimming-Pools, sondern Hängematten geben mir das ultimative Ferien-Gefühl. Das freie Schwingen, das sanfte Schaukeln, mitten in der Natur – da schaltet mein Kopf direkt auf Urlaub.

- Ich liebe Struktur. Sie beruhigt mich. Es geht nichts über Listen, am besten in sinnvolle Kategorien gegliedert wie dieser Blogbeitrag. Und wenn frau sie dann auch noch abhaken kann, ist mein Glück vollkommen!
- Obwohl meine Eltern beide schwer am Gärtnern waren (so mit Gemüsegarten, der die ganze Familie ernährt), habe ich leider keinen grünen Daumen. Mit großer Not bringe ich zwei IKEA-Zimmerpflanzen durch eine Sommer-Saison.
- Seit 2012 esse ich kein Fleisch mehr. Seither gab es Phasen, in denen ich mich aus gesundheitlichen Gründen voll vegan ernährt habe und Phasen, in denen ich täglich Eier und Fisch auf dem Teller hatte. Vegan ist das beste für Tiere und Planeten, glaube ich, aber nicht immer und überall sinnvoll und machbar.
- Um einen hartnäckigen Pilz loszuwerden, habe ich einmal 2 Monate auf Zucker in jeder Form verzichtet. Heißt, auch keine Nudeln oder andere kurzkettigen Kohlenhydrate gegessen. War eine starke Erfahrung in Selbstdisziplin und Selbstwirksamkeit. Der Gute kam nie wieder zurück.
- Meist lese ich 3-5 Bücher gleichzeitig und die wenigsten ganz durch. Selten sind es Romane, höchstens mal eine fesselnde Biographie einer abenteuerlustigen Frau oder über Menschen, die zwischen Kulturen leben. Meistens scanne ich Sachbücher, die im weitesten Sinne mit meinen Interessengebieten zu tun haben. Heute liegen auf dem Nachttisch: „Braiding Sweetgrass – Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge and the Teachings of Plants“ von Robin Wall Kimmerer, „Bone, Breath & Gesture – Practices of Embodiment“ von Don Hanlon Johnson und „Beyond Guilt Trips: Mindful Travel in an Unequal World“ von Dr. Anu Taranath.
- Eines meiner Lieblingsbilder von mir selbst ist dieses hier:

