In den letzten 3 Jahren war mein Körper vielfach Betrachtungsobjekt von Ärzt:innen, Physiotherapeut:innen und Co oder mein Instrument in der Arbeit und Fortbildung als Yogalehrerin und Embodiment-Guide. 2026 darf die Körperin auch mal wieder Spaß haben mit einigen lang vermissten körperlichen Aktivitäten aka Sport & diverser Bewegung.

Ganz Embodiment-Expertin habe ich bei meinen Wünschen allerdings schon Hintergedanken. Denn was auch immer ich mit meiner Körperin mache, zahlt auf mein Alltags-Embodiment (deutsch „Verkörperung“) ein. Das Prinzip von Embodiment, die Wechselwirkung zwischen Körper und Geist, wirkt auch bei ganz profanem Sport. Tatsächlich durch jede Haltung und Bewegung, die ich oft genug wiederhole und dadurch oft unbewusst praktiziere. Darin liegt die Riesenchance, durch die Wahl meiner Freizeitaktivitäten neue Qualitäten in mein Leben einzuladen oder schlafende Eigenschaften wiederzubeleben.

1. Ich fange wieder an zu klettern

Klettern stärkt den Körper und den Geist. Es ist eine fantastische Kombination aus angewandtem mentalem Training und Kraftsport. Viele Jahre habe ich es mit Leidenschaft geliebt, bis ich an Orte umgezogen bin, in denen es keine Gelegenheit zum Klettern gab. Aus Monaten wurden Jahre und mittlerweile sind die Kletterschuhe schlimm verstaubt und dazu noch zu klein geworden (!).

Ich verbringe aktuell viel Zeit mit super sanften und weichen Bewegungsmethoden und das darf auch so bleiben. Seit einigen Monaten sinniere ich aber darüber, was ein guter Kontrapunkt dazu wäre. Zuerst dachte ich an eine Kampfkunst wie Aikido oder Karate, um Qualitäten wie Fokus, Entschiedenheit und Wumms zu stärken. Aber mit allem, was sonst noch so läuft im Leben, kann ich mir im Moment nicht vorstellen, eine komplett neue Sportart zu beginnen.

Und dann kam’s mir: Klar, ist der Flavour von Klettern anders als von Karate. Aber es geht mit dem Training von Fokus, Angstmanagement und Kraftaufbau deutlich in die richtige Richtung UND ich weiß, es macht Spaß! Also los geht’s, neue Kletterschuhe kaufen und die alte Liebe wiederbeleben.

2. Ich vertiefe meine Reise mit Contact Improvisation 

In Contact Improvisation habe ich schon 2025 mit einem mehr-wöchigen Einführungskurs reingeschnuppert. Es fasziniert mich, zieht mich an und ist ganz deutlich an der Grenze meiner Komfortzone. Bekanntlich ist das ja der Ort, wo Wachstum passiert.

„Contact Improvisation ist eine Tanzform, bei der zwei oder mehr Personen in ständigem physischen Kontakt in Bewegung improvisieren. Der Fokus liegt auf dem Austausch von Gewicht, Schwerkraft, Schwung und Trägheit, wobei sich die Tanzenden aneinander abrollen, gegenseitig stützen und heben“, so die schnelle Zusammenfassung.

Als nomadische Single-Frau bin ich sehr viel alleine unterwegs und erlebe mich neuerdings recht steif in Kontaktfragen. Die Distanzregelungen der Pandemie haben mir definitiv nicht geholfen und meiner Empfindung nach auch gesamtgesellschaftlich (zumindest im deutschen Kulturkreis) Berührungsängste verstärkt.

Ein Leben auf Distanz, am besten noch hinter Bildschirmen, macht einsam. Das würde ich gerne vermeiden. Also übe ich etwas anderes! Und wie geht das wohl besser und nachhaltiger als mit vollem Körpereinsatz? Rhetorische Frage…

Diesen Monat habe ich schon einen spannenden Workshop „Aikido into Contact“ mit der großartigen Christina Dohr in Thailand belegt. Durch die ungewöhnliche Kombination von Bewegungstechniken hat sie mir neue Türen zum Contact eröffnet und ich bin hoch motiviert, die Reise in Berlin fortzusetzen.

3. Ich finde eine Yoga-Heimat in Berlin

Nach meinen zaghaften Yoga-Anfängen in Mainz vor mehr als 20 Jahren habe ich ab 2011 vor allem auf englisch in Thailand, Bali, Indien und online praktiziert. Es war eine Riesenumstellung nach meiner Semi-Rückkehr nach Deutschland auf deutsch zu unterrichten und an deutschen Klassen teilzunehmen. Eine regelrechte Rückübersetzung in meine Muttersprache und damit verbunden auch eine Rückübersetzung in meine Mutterkultur. Es war ein längerer, aber sehr lohnender Prozess.

Nun bin ich schon 4 Sommersaisons in Berlin mit seinen geschätzten rund 400 Yoga-Studios und habe keine 5 Klassen vor Ort in Person mitgemacht. Eigentlich ein Skandal bei der Vielfalt und Expertise, die es in der Stadt gibt. Lustigerweise mehr als die Hälfte der Klassen natürlich auch in englisch.

Aber anyway – 2026 will ich mich immer wieder mal inspirieren lassen von den Berlin-Deutschen Yoga-Flavours. Wäre schön, wenn ich in meinem Kiez eine Yoga-Heimat finden könnte. Wer hat Empfehlungen?

4. Mehr Tanzen für die Lebensfreude!

Wir tanzen alle viel zu wenig. Wirklich! Mit mehr Tanzen und Singen wäre die Welt ein besserer Ort. Und auch mein Leben würde sich nochmal besser anfühlen, würde ich mehr tanzen zwischen dem Abwasch, dem Blogartikel und der nächsten Packorgie für eine Reiseleitung. Ganz einfach und frei und warum eigentlich nicht?

Demnächst feiere ich 40 Jahre auf dem Dancefloor (yep!). Habe früh angefangen und lange durchgehalten. Aber heute geht das nicht mehr mit dem Lange-Wach und Alkohol vertrage ich eh nicht mehr gut – weder im Innen noch in der Anschauung von Massenkonsum im Außen.

Die Alternative sind die verschiedenen Spielarten von Conscious Dance, die dankbarerweise meist tagsüber stattfinden, sich auf die Bewegung als Praxis konzentrieren und als einzige psychoaktive Substanz heißen Kakao zulassen. Meine liebste Form davon ist Ecstatic Dance – wenn die Musik trägt, eine wahrhaft ekstatische Reise.

Notiz im Kalender von 2026: Wieder öfter zum Ecstatic Dance gehen und offen sein für das Angebot vor Ort. Januar: Schon 2x mitgetanzt auf Koh Phangan, dem unangefochtenen Tanz-Mekka Thailand’s mit den weltbesten Ecstatic Dance Sets.

5. Ich erforsche neue Orte konsequent mit Environmental Somatics

Das sind die Hausaufgaben meiner aktuellen Fortbildung „Environmental Somatics“ und Teil meines Mottos von 2026: „Radical Embodiment„. Mit verschiedenen „Scores“, also kleinen Spielplänen für Spürübungen im Freien, erforschen wir die Wechselwirkung von Körper, Orten und sozialem Umfeld. Die Körperin wird darin mehr und mehr Diagnosetool, Kompass und Ankerpunkt zugleich.

Fragen, die diese Art Praxis unter anderem beantwortet: Wo kann ich gut sein? Und wie kann ich an Orten und in Situationen sein, wo ich mich nicht 100% wohl und sicher fühle?

Auf meiner aktuellen Reise von Thailand nach Bali und weiter nach Vietnam spüre ich bewusst in die unterschiedliche Wirkung von Klima und Kultur.

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  • Hallo Simona Mona,
    du sagst es – wir tanzen zu wenig! Und zwischen Job und Alltag in die Bewegung zu kommen, ist auch für mich oft eine Herausforderung.
    Deine Liste ist total inspirierend und motiviert mich, mir wieder eigene Bewegungsziele zu setzen, weil ich Sport total gerne mache, mir aber oft viel zu wenig Zeit nehme.
    Contact Improvisation habe ich einmal ausprobiert und war total fasziniert, wie sehr diese Bewegegungsart alle Sinne zur Ruhe und den ganzen Körper in Balance bringt!
    Ich wünsche dir ein wundervolles, bewegungsreiches Jahr!
    Liebe Grüße, Carina

  • Liebe Simona Mona,
    was für eine schöne Liste! Da bekommt man direkt Lust, mitzumachen. Ich habe das große Glück in den Bergen zu leben. Klettern gehört zwar nicht zu meinen Sportarten, dafür aber so ziemlich alle anderen, die man so in den Bergen macht. Letztes Jahr bin ich zum 1. Mal einen leichten Klettersteig gegangen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Aber da geht’s mir wie dir: für eine neue Sportart fehlt mir leider momentan die Zeit und Energie.
    Auch Yoga mache ich schon viele Jahre und drücke dir die Daumen, dass du deine Yoga-Heimat in Berlin findest.
    Ganz viel Spaß und Erfolg mit deinen Aktivitäten.
    Solltest du mal zum Klettern nach Garmisch oder Umgebung kommen, meld dich bei mir – vielleicht schaffen wir es, uns auf einen Kaffee zu treffen!
    Liebe Grüße,
    Birgit

    • Liebe Birgit,
      Was für eine liebe Einladung! Dank dir von Herzen dafür. Von Berlin aus ist es ja leider ziemlich weit bis zum nächsten Fels oder in die Berge. Genau das hat das Klettern für mich auch so schwierig gemacht. Aber ich werde mich jetzt einfach erst einmal mit den Hallen der Stadt begnügen.
      Dir auch viel Spaß bei deinen Aktivitäten. und wenn ich nach Garmisch komme, melde ich mich auf jeden Fall.
      Herzliche Grüße,
      Simona

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