2025 kam nach 2024 und 2023. Zwei Jahre, die mich viel Kraft, Freiheit und Freude gekostet hatten. 2025 gab mir dagegen das freundliche Gefühl eines Frühlings. Ich wage mich wieder heraus mit meinen Themen, habe begonnen über Embodiment zu bloggen und nach 2-jähriger Pause auch wieder einen Live-Workshop in Berlin auf die Beine gestellt. Und das, obwohl der 25er-Start ziemlich rumpelte und mit dem Abschied von meiner Mutter im April ein emotionaler Brocken auf mich wartete.
Der Frühling 2025 begann bereits im Februar, als ich ziemlich gestresst das Winterquartier in Südostasien für meine somatische Weiterbildung in Berlin verließ. Eigentlich eine Kamikaze-Aktion zwischen 2 Reiseleitungen für nicht mal 3 Wochen Zeit- und Klimazonen zu wechseln. Aber es war wundervoll. Die somatische Körperarbeit hat mir in diesem Jahr ein richtiges Geschenk gemacht: Ich kann mich langsam wieder berühren lassen vom Leben.
Das fühlt sich gut an und es gibt mir Ressourcen, mich mit anderen drängenden Fragen auseinanderzusetzen. Zum Beispiel: Wie gehe ich mit den rasanten Entwicklungen in meiner Wahlheimat Thailand und anderen Orten um? Wo stehe ich in dem System Tourismus und was heißt das für die Wahl meiner nächsten Zuhause(s)?
Viel Spaß hatte ich dieses Jahr vor allem mit meinen Italienisch-Kursen – digital und live in Berlin. All das und noch mehr habe ich nun zum ersten Mal in einem laaangen Jahresrückblick zusammengefasst. Voilá:
Meine Themen und Highlights in 2025
Rumpel-di-pumpel ins neue Jahr
Der Start war nicht sehr vielversprechend. Ich war ziemlich ausgebrannt in meiner Winterjahreshälfte in Thailand angekommen. Im Juli davor war unsere demente Ma schwer gestürzt. Ganz klassisch: Oberschenkelhalsbruch, OP, Bettlägrigkeit.
Es folgten drei heftige Monate, in denen sich mein Leben in einem 2-3-Wochen-Rhythmus zwischen Besuchen im Elternhaus, meinem Arbeitsstandort Berlin und Reiseleitungen in Deutschland und Italien aufteilte. Unterwegs viele Krisentelefonate mit meinem Bruder, der vor Ort die Hauptlast trug.
Den geplanten Flug nach Bangkok Anfang Oktober habe ich 2x verschoben, als es schleichend auf das Ende zuging, von dem niemand wusste, dass es das Ende sein wird. Und dann war ich wie durch ein Wunder tatsächlich da, als Mama mit fast 91 Jahren loslassen konnte. Es war unendlich friedlich und es war absolut richtig. Und es war emotional anstrengend und rückblickend ein logistischer Irrsinn, was ich mir in der Zeit zurechtgezimmert hatte. Naja. Hinterher weiß man es besser.
Die sonst schöne Laos & Kambodscha-Reise im November raubte mir die letzte Energie. Und auch die Arbeitswochen (Remote für’s Office) auf der vermeintlichen Trauminsel brachten sie nicht zurück. Im Gegenteil. Am 3. Januar reiste ich mit mir sonst unbekannten Durchfallattacken und immenser innerer Unruhe nach Bangkok, um die Frauenreisegruppe für „Thailand wie noch nie“ in Empfang zu nehmen.



Es wurde wahrlich ein „wie noch nie“ – definitiv viel erlebt und gesehen. Doch die Kommunikation zwischen den neuen Partner:innen und mir lief nicht ideal und als ich Anfang Februar mit der Gruppe zurück nach Deutschland flog, um in Berlin 2 Module meiner Weiterbildung an der Somatischen Akademie zu absolvieren, dachte ich nur „Was für eine mega-besch* Idee. Ich brauche eigentlich einfach eine Kur oder besser gleich die Rente.“
Doch dann geschah das Wunder: Nach 8 Monaten absoluter Atemlosigkeit bescherte mir das Rollen und Spüren auf dem Boden, das Atmen in den Raum und das sanfte Tempo der somatischen Arbeit den heiß ersehnten Reset.
Ich würde sogar sagen, nach den beiden Wochen war ich so geerdet, zentriert und besonnen wie seit Jahren nicht mehr. Wahnsinn, wie bewusste Körperarbeit unmittelbar auf das Nervensystem wirkt. Ich war wie neugeboren danach. (Tatsächlich haben wir im Abschluss-Modul unsere Geburt verkörpert – ein Erlebnis der besonderen Art.) Was für ein Zeugnis für die Wirksamkeit somatischer Körperarbeit!
Ab da lief das Jahr rund. (Meistens) Und die Vietnam-Reise im März hat wieder richtig Spaß gemacht.


Noch mehr Somatik, jetzt aber draußen!
Nach dem Somatischen Basisjahr kam meine beste Entscheidung des Jahres: Statt weiterzugehen in die Somatische Bewegungspädagogik (erstmal) mit „Environmental Somatics“ weiterzumachen. Klingt sperrig, ist großartig!
Statt den inneren Frieden ausschließlich auf einer Yoga-Matte in geschlossenen Räumen zu suchen, öffnet Environmental Somatics die Tür zur Real-Welt. #yogaoffthemat sozusagen. Das beschäftigt mich schon viele Jahre.
Wie geht es weiter nach dem tollen Retreat? Und was hilft mir mein Morgen-Yoga bei Ärger in der Familie oder Stress auf der Arbeit? Meine liebsten Forschungsfragen, seit ich vor bald 15 Jahren in Thailand auf den Weg zur allgemeinen Erhellung abgebogen bin.
Environmental Somatics geht diese Fragen nicht direkt an. Die Arbeit wirkt eher mittelbar, ohne Patentrezepte und konkrete Lösungsvorschläge. Es ist eine Einladung zum Experiment, eine sehr sanfte Forschungsarbeit, die zum Wahrnehmen, Lauschen und Hier-Sein einlädt. Und zwar ganz gleich, wie die Umstände sind.
Darin hat es sehr viel gemein mit der guten alten Meditation. Nur dass die Bewegung das Mittel der Wahl ist und nicht das Stillsitzen. Das passt mir gut.
Mit Körper und Sinnen finde ich dabei Wege, wie ich besser klar komme in einer reizüberflutenden Stadt wie Berlin. Resilienz heißt das dann im Fachsprech. Aber das erwähnen wir gar nicht explizit, wenn wir gemeinsam forschen.
Ein All-Time-Highlight für mich sind die Übungen mitten in Berlin. Den Nettelbeckplatz beim Silent Green mit meinem Körpergefühl kartographieren zum Beispiel. Nach Empfindungen von Sicherheit, Irritation, Wohlgefühl, etc. Und dann an diesem Ort ein „Nest“ bauen? Genau. Was auch immer das dann heißen mag, findet man im Prozess heraus.
Bei genauerer Betrachtung war das ein Highlight aus „Somatic City“ in 2024. Die Zeit rennt… Dieses Jahr waren wir unter anderem am Hauptbahnhof unterwegs und haben dort über Beobachtung und Bewegung den Ort und die Menschen in uns aufgenommen. Nach einer Stunde fühlte sich der wuselige Ort fast wie ein Stück Heimat an. Sehr unerwartet.
Und das ist etwas, das ganz häufig passiert mit Orten, an denen wir praktizieren. Man macht sie sich zu eigen, geht in Verbindung. Zuerst in Verbindung mit dem Körper und den Sinnen und dann immer wieder mit dem was im Außen ist. Zwei Parkstücke in Berlin sind auf diese Weise für mich im vergangenen Jahr zu echten Ankerplätzen für mein Nervensystem geworden. (Übungen überall in der Stadt zu machen, gehört zu unseren Hausaufgaben.)


Im Herbst waren wir dann mit der Environmental-Jahresgruppe im Berner Oberland und haben die Berge berührt. Das Thema war eigentlich „Orientierung und Wege“ und wurde überraschend schnell „meta“. Denn „Woran orientiere ich mich?“, ist deutlich mehr als eine Frage der Wegbeschreibung in Interlaken.
Was bei mir hängengeblieben ist, sind aber vor allem die Momente, wo wir die Umwelt berührt haben. Mich stören beim Schreiben die Worte „Umwelt“ und „Umfeld“ etwas. Klingt alles so technisch und distanziert.
Konkret waren das etwa die Wände unserer gemütlichen Berghütte, altehrwürdige Felsen auf der Kuhweide davor und der Waldboden beim Feldenkrais am Berghang im Morgendunst. Und dann die Berge insgesamt. Einen echten Eindruck von „den Bergen“ mitzunehmen, ist ja gar nicht einfach, wenn einen das Panorama mit großer Pracht erschlägt. Es bleibt leicht Kulisse, durch die wir hindurchgehen und halt ein paar Fotos mitnehmen.
Fast so wie unser gesamtes Leben…
Nachdem meine kleine Company seit 2021 „Reisen ins Hier“ heißt und ich außerdem als Wander- und Reiseleiterin arbeite, waren all diese Ausflüge und Praktiken einfach nur Gold für mich.




Von der Woche in der Schweiz inspiriert habe ich eine kleine Übung aufgesprochen. Sie war Teil meines Embodiment Adventskalenders 2025. Du findest das Audio, das für einen stillen Spaziergang gedacht ist, unter diesem Link: „Berührt von derNatur“ (8 Minuten), um eine praktische Erfahrung zu den Worten hier zu machen.
Das offizielle Ende der Kindheit
Zurück von der Reiseleitungs-Saison in Südostasien wartete im April eine besondere Aufgabe auf meinen Bruder und mich: Die Wohnung unserer verstorbenen Eltern ausräumen. Das kann man – wie alles im Leben – so oder so machen. Ich hab es so gemacht:
Ich hatte keinen Plan. Nur das diffuse Gefühl, dass es sehr wichtig für mich ist, höchstselbst, also mit Herz, Händen und Augen da zu sein. Als Mensch mit jährlich wachsendem Körperbezug braucht es mittlerweile in allen wichtigen Entscheidungen mein ganzes Fühlen und Sein vor Ort vs. man bestellt einen Entrümpler oder so. Es war klar, es geht um einen bewussten Abschluss und ums Abschiednehmen. Und es ist ein Prozess, der dauert.
Die Tränen kommen, während ich nur diesen Satz schreibe. Kurios. Denn das Verhältnis zu meinen Eltern war nicht besonders eng. Nicht zuletzt hatte ich die letzten 15 Lebensjahre der beiden überwiegend in Thailand, Bali, Indien und sonstwo verbracht.
Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb war es mir so wichtig, alles noch einmal zu berühren, was war. Die gefühlten 50 Häkeldeckchen (Mama war Jahrgang 1933) in die Hand zu nehmen, die zahllosen Trockengestecke und Nippes-Figürchen aus mindestens 4 Jahrzehnten wie die 3 rosé-farbenen Glaselefanten – einer ohne Rüssel, einer humpelnd auf 3 Beinen. Oder die beiden roten Spardosen-Katzen, die sich bis zum Schluss am Küchenfenster aneinander schmiegten…
Einen Freitagabend lang habe ich mit dem alten Stereo-Radiorekorder die Volksmusik-Kassetten meines Vaters auf Repeat gehört. Von Richard Clayderman über die Original Oberkrainer bis James Last und Italo-Klassikern wie „Sarà perché ti amo“ und „Volare“ ein Fest von den 60ern bis in die 90er. Viele Gartenbücher mit zahllosen Eselsohren und gelb gemarkerten Passagen gab es. Wenige Romane. Aber Dutzende Fotoalben fideler Wander- und Gruppenreisen. Unterlagen zum Hausbau von 1956, der alte Herzschrittmacher, die Uhren, Brillen und Gehstöcke. Alles lag vor mir.


Es hat mir das Herz warm und schwer gemacht. Viele Erinnerungen hochgebracht und mich Frieden schließen lassen. Wie außergewöhnlich und ehrenvoll, das Leben zweier Menschen so gesammelt in den Händen zu halten.
„Klimakrise“ und „Krieg“ gehörten zu den letzten Worten, die Mama in ihrer fortgeschrittenen Demenz auf völlig beliebige Notizblöcke und in Adressbücher geschrieben hatte. Direkt neben 35 Variationen unserer Telefonnummern und Geburtsdaten. Wie eine Flaschenpost aus einer vergangenen Zeit. Herzzerreißend. Ich hab diese Zettel aufgehoben. Weiß auch noch nicht für was.
Ich hatte nicht ganz damit gerechnet, wie tief mich das Sortieren und die Entscheidungen berührten. Nicht vielleicht doch eine der Tischdecken, den Brieföffner oder die verstaubte Kinderzeichnung von mir mitnehmen? Dabei habe ich nicht mal eine eigene Wohnung… Auf jeden Fall das alte, gelbe Maßband, das sie immer beim Nähen benutzt hat! Das hilft mir mit den Maßeinheiten bei Online-Bestellungen!
Die ganze Kleidung musste weg. Der Wohnzimmertisch, das Akkordeon, der in einer Reha geknüpfte Wandteppich. Die knallroten 70er-Jahre Gewürzbehälter und das gute „Fasan“-Geschirr, das zu unserer Freude eine ältere Kasachin abholte…
Die leeren Räume danach machten das Haus licht und fremd. Ich habe gut geschlafen im ehemaligen Kinderzimmer.
Jetzt wohnt jemand anderes in der Wohnung, die meine Kindheit repräsentierte. Vielleicht gut? Aber das ist eine andere Geschichte.

Verlorene Zuhause(s) und das Insel-Paradox
Was macht ein „Zuhause“ aus? Ist es ein physischer Ort? Ein Haus, eine Insel, eine Stadt? Sind es Menschen, die Verbindungen? Wichtige Erinnerungen?
Im Januar 2026 ist es genau 10 Jahre her, dass ich meine letzte langjährige, regulär gemietete, eigene Wohnung aufgegeben habe. Dazwischen liegen viele Gästebetten, Sofas, möblierte Bungalows in Bali und Thailand, unendlich viele Hotelzimmer und die kleine Bürowohnung bei einer guten Freundin, die mich durch die Pandemie gebracht hat. Neuerdings ein möbliertes Zimmer in Schöneberg.
2025 habe ich in 57 verschiedenen Betten geschlafen. Der Schnitt wird durch die großen Rundreisen natürlich drastisch erhöht. Aber als nomadisierende Reiseleiterin kann man sich schon ab und zu mal fragen: Wo oder was ist Zuhause?
In Südostasien ist Thailand meine Herzensheimat und die Insel Koh Phangan ein wichtiger Bezugsort. Hier hatte ich besagte letzte eigene Wohnung. Und hier habe ich Yoga als Philosophie und Lebensprinzip verstanden, meine Yogalehrerinnen-Ausbildung gemacht, das erste Mal meditiert und überhaupt viele Dinge das erste Mal gemacht.

Noch heute habe ich hier Freund:innen und erlebe mehr von einem „Zuhause-Gefühl“ als irgendwo sonst auf der Welt. Doch nach der Pandemie hat die Insel einen weiteren Kipppunkt in ihrer touristischen Entwicklung überschritten.
Das Ergebnis ist schwer auszuhalten für Nostalgiker:innen und Teilzeit-Aussteiger:innen: Szenen wie die große Yoga-Gemeinde hier sind klassischerweise die Wegbereiter für Immobilieninvestments. Das war mir bis vor kurzem nicht klar. Anderswo sind Künstlerviertel (New York, Berlin) oder eine Surfer-Szene (Algarve, Portugal, Bali) die Vorhut des Kapitals.
In Berlin heißt es Gentrifizierung, hier heißt es „Tourism Gentrification“. Das ist etwas anders als klar abgegrenzter Massentourismus mit Hotel- und Ressort-Boom wie an anderen Orten Thailands. Auf Koh Phangan wird gerade ganz gezielt Wohnraum in touristische oder semi-touristische Assets überführt. Menschen investieren, um damit ihren Lebensunterhalt auf der Insel zu finanzieren, oder von extern weil sie das große Anlagepotenzial des Ortes erkannt haben.

Ich hatte eine interessante Unterhaltung mit Chatty dazu. Er hat mir erklärt, dass „Yoga Teil einer ästhetischen Aufwertung ist, die Orte für Kapital überhaupt erst attraktiv macht. Erst kommt der ‚authentische Spirit‘, dann die Poolvilla. Die erste Welle macht den Ort ‚kulturell lesbar‚, die zweite monetarisiert ihn.“
Wie ein mögliches Zuhause fühlt sich dieser neue, jetzt noch stärker monetarisierte Ort nicht mehr an. Aber wie ein Ort, der mir einen großen Spiegel vorhält und viele Fragen aufwirft. Abgesehen von „Was und wenn ja wo ist meine Heimat?“, kristallisiert sich in 2025 immer deutlicher die Frage, wo mein Platz in dieser ganzen Entwicklung ist.
Nun schreibe ich diese Zeilen mit Blick auf immer größere und tollere Bauprojekte, oft direkt am geschützten Nationalpark, der mir diese Insel so wichtig macht. Auch mit Blick auf die dicken Rauchschwaden, die von der allabendlichen, unkontrollierten Müllverbrennung zeugen. Die lokale Verwaltung scheint zwar freigiebig Baugenehmigungen zu verteilen, kommt aber mit der Infrastruktur nicht hinterher.

Ich wollte dazu nicht beigetragen haben. Doch ich bin wieder hier. Mittlerweile selbst eine digitale Nomadin in Teilzeit. Teil einer weiteren Welle von „Lifestyle Migration“. Koloniales Mindset in neuem Gewand?
Es wäre vielleicht auch gar nicht schlimm, wenn die sozialen und ökologischen Kosten der Entwicklung nicht so krass sichtbar wären: Hunderte Arbeitsmigranten aus dem bürgerkriegs-gebeutelten Myanmar in schäbigen Wellblechbaracken bauen und wohnen neben Pool-Villen, die heute für Tausende Euro vermietet werden. Ja, manche wohnen auch in brauchbaren „Staff Quarters“ der Hotels und Restaurants, in denen sie die „Service-Kräfte“ stellen.


Natürlich kosten jetzt auch die ehemals einfachen Beach-Bungalows das Dreifache von vor 3 Jahren. Meine Miete (keine Pool-Villa) ist hier genauso hoch wie in Berlin. Die Entwicklung ist schnell und brutal. Überall in Asien eigentlich. Bali ist noch so ein Ort. Und ja, eine ganze Reihe Einheimischer profitieren auch davon.
2025 lässt mich immer weniger wegschauen. Ich weiß noch nicht, was als nächstes kommt. Aber ich habe Fragen:
- Wo kann ich zwischen meinen Reiseleitungen Teilzeit-Wohnen, ohne Teil des Problems zu sein?
- Wie halte ich meinen Fußabdruck so gering wie möglich?
- Wie kann ich / können wir Reisen so verantwortungsvoll wie möglich gestalten?
Nicht-Reisen ist für mich aktuell keine Lösung. Sich kulturell abzuschotten ist meiner Meinung nach kontraproduktiv mit Blick auf die aktuellen politischen Tendenzen weltweit. Bewusste Begegnungen auf Reisen können den Horizont erweitern und friedensstiftend wirken. Ich will, dass das mehr ist als ein moralisches Feigenblatt.
Das sind meine größten Hausaufgaben für’s nächste Jahr. Was ist deine Haltung zum Reisen, geneigte Leser:in?
Bloggen: eine alte Liebe wachgeküsst
Ich weiß nicht mehr, was mein erster veröffentlichter Artikel war. Wahrscheinlich so etwas wie die Kaninchenzüchter-Ausstellung in Altenhaßlau für das Gelnhäuser Tageblatt. Herbst 1992. Nach dem Studium hab ich bei der Mainzer Allgemeinen volontiert und das Schreiben hat mich über Jahrzehnte und Kontinente begleitet. Zuletzt mit meinem Reiseblog otherhoes.info
Mit den diversen anderen Jobs lag das Schreiben die letzten Jahre jedoch ziemlich brach. Bis ich Judith Peters und ihre „Content Society“ traf. Mit ihrem 4-wöchigen „Blog Boost“ hat sie mich im Juli zurückkatapultiert in die Blogosphäre. Yeah!
Thema dieses Mal: Embodiment und somatische Körperarbeit und ihre großartige Wirkung und Bedeutung für die Menschheit. Und das ein oder andere persönliche Stück wie meine „Fun Facts“ oder dieser „Jahresrückblog“.
Schreiben hat mir schon immer Freude bereitet. Aber es hat mir auch schon immer geholfen, meine Gedanken zu sortieren und meine Haltung zu klären. Und so hilft es mir tatsächlich auch, meine Perspektive auf Embodiment immer weiter zu schärfen. Und ganz nebenbei schaffe ich eine wunderbare Textquelle für Einsteiger:innen.
Schau dich gerne etwas um in meinen Beiträgen aus diesem Jahr.

Sonst noch so in 2025
„Echt schade, dass ich kein Italienisch kann“, dachte ich immer. Warum eigentlich? 2025 durfte ich feststellen, wie unkompliziert es ist, es zu lernen! Und es macht sooo viel Spaß. Eines meiner absoluten Highlights in diesem Jahr: der Live-Kurs bei der Italienisch-Werkstatt in Berlin-Wilmersdorf.
Aber auch das kompetitive und gamifizierte Lernen mit der kleinen Eule von DuoLingo. Die Effekte in der App musste ich alle abschalten und die dauernden Erinnerungen nerven. Aber – ich bleibe dran und es unterstützt beim Vokabellernen. Bella Italia – isch komme!!!

2025 brachte auch ein besonders Jubiläum mit sich: 5 Jahre Online-Yoga! Es begann während der Pandemie und ihren diversen Lockdowns in Deutschland. Und auch wenn die Online-Begeisterung seither deutlich abgenommen hat, gibt es eine hübsche, kleine Community rund Yoga & Embodiment mit Reisen ins Hier.


Bei meinem Resilienz-Workshop in Berlin sind wir erstmals bei einem meiner Angebote auch in der Stadt unterwegs gewesen. „Spüren, was trägt“ war ein Pilotprojekt. Fortsetzung folgt!

Seit vielen Jahren bin ich begeistert von „Authentic Relating“ als Framework für Kommunikation und authentische Beziehungen. Nun konnte ich endlich Teil 1 und 2 der offiziellen Kurse von ART International in Berlin belegen. Die Arbeit ist herausfordernd, aber unendlich lohnend!


Die Frauenreise durch Laos & Kambodscha war in ihrem 4. Jahr ein unglaublicher Flow. Ich schätze unendlich die Arbeit der vielen Kolleginnen und Kollegen, die bei der Entstehung und beim reibungslosen Ablauf einer solchen 3-wöchigen Tour mitwirken. Dieses Jahr hatte ich in Kambodscha eine neue Kollegin an meiner Seite. Sie kannte den perfekten Fotospot:

Mein 2025-Fazit
Worauf bin ich 2025 stolz?
Stolz ist kein Gefühl, das mir besonders geläufig ist. Erfolgreich abtrainiert in der typisch weiblichen Sozialisation im ausgehenden 20. Jahrhundert.
Anyway: Ich bin stolz wie Bolle und happy mit meinem ersten ever „Embodiment Adventskalender„. Eine Idee, die schon länger in mir schlummerte, die aber 2025 ohne Planung und ohne Vorlauf total fluffig Wirklichkeit wurde.
Ich hab mich sowas von nicht verrückt gemacht und es hat einfach alles richtig gut geklappt. Die Technik hat kaum gezickt, die Ideen flossen, die Orte für die Mini-Drehs passten. Aber am Wichtigsten: Es hat einfach richtig Spaß gemacht!



Was ich dabei über mich selbst gelernt habe?
Es macht mir anscheinend nichts mehr aus, vor der Kamera herumzuhampeln. Die Leichtigkeit, mit der mir die Produktion von der Hand ging, hat mich selbst verblüfft.
Ich bin wirklich gerne kreativ unterwegs mit den Sequenzen, aber auch mit den Titeln, Texten, Fotos und nun den Videos. Mal sehen, was daraus für das nächste Jahr erwächst!

2025 habe ich zum ersten Mal…
… während meiner Laos & Kambodscha-Reiseleitung den neuen Skywalk über den Mekong-Fällen bestaunt.

…mehrere Inseln das erste Mal besucht, unter anderem das vietnamesische Phu Quoc.

Wofür bin ich 2025 besonders dankbar?
Ich bin besonders dankbar für die Freundinnen, die trotz meines Überall-und-Nirgends-Lebens an meiner Seite sind. Die beiden Bilder stehen symbolisch für die treuen Seelen, die immer da sind, wenn ich sie brauche. Danke an euch!


Mein 2025 in Zahlen
- 5 Reisen in 5 Ländern geführt, dafür 11 Wochen unterwegs gewesen
- in 57 verschiedenen Betten geschlafen
- 34 Klassen Online Morning Groove unterrichtet
- 25 Tage und viele einzelne Stunden an und mit der Somatischen Akademie Berlin verbracht
- 9+1 Blogartikel veröffentlicht
- 383 glückliche Newsletter-Abonnent:innen (plus 80!)
- Duolingo-Score am 31.12.: 35
Der Ausblick auf das neue Jahr
Was ich 2026 in den Blick nehme
- Meine Social Media-Nutzung
- Etwas Sportliches, am besten mit Krafteinsatz
- Eine neue Thailand-Rundreise
- In allem, was ich mache: Mehr Sein als Tun, mehr HIER als überall
Lust auf eine „Reise ins Hier“?
Durch Yoga & Embodiment
- Meinen „Morning Groove„, eine 30-minütige Hatha Slow Flow-Klasse, gibt es viele Monate im Jahr immer Montags- und Freitagsmorgens
- Gelegentlich unterrichte ich längere Sunday Morning Flows und Gastklassen bei der OMunity
- Saisonal gibt es Online Embodiment-Events, zum Beispiel meinen „Neustart mit Körperweisheit“ für nachhaltige Vorsätze mit dem Körper statt mit dem Kopf. In meinem Shop gibt es eine Version davon als Videokurs: Neustart-Challenge
- 1x im Jahr leite ich einen Wochenend-Workshop in Berlin
- Yogawoche am Lychensee über WomenFairTravel, 2026 vom 9.-15.8.
…oder mit einer Fernreise?
- Tempelpracht & Naturwunder in Laos & Kambodscha über WomenFairTravel
- Mit Boot, Rad und Zug von Nord- nach Südvietnam über WomenFairTravel
Für die aktuellen Termine abonniere am besten meinen Newsletter. Der erscheint etwa einmal im Monat mit Infos zu den neuesten Projekten und kleinen Inspirationen und Embodiment-Übungen für den Alltag.
Mein Motto für 2026: Radical Embodiment
Mein Adventskalender mit seinen vielen kleinen praktischen Tools und Übungen hat mich selbst inspiriert, noch viel konsequenter mit bewusster Bewegung und Haltung durch den Alltag zu gehen und mehr davon zu teilen – nicht nur in der Adventszeit.

Liebe Simona,
gerade habe ich endlich meinen Jahresrückblick fertig und sehe beim Einstellen in die Liste, dass du auch dabei bist. Wow, was für eine Achterbahn dein Jahr war (und wie reich!).
Schön, hier von dir zu lesen und bis bald hoffentlich
Kirsten
Hallo liebe Kirsten,
Wie wunderbar! Wir sind Blog-Kolleginnen! Das freut mich.
Ich melde mich auf einem anderen Kanal.
Liebe Grüße
Simona
Liebe Simona, wie schön, dich hier über den Jahresrückblick kennenzulernen! Als Reiseleiterin die Welt zu entdecken, stelle ich mir super spannend vor.
Frohes neues Jahr und ganz viele einmalige Erlebnisse, wünscht dir Sanne
Danke, liebe Sanne. Auch für dich Happy New Year und viele wunderbare Erfahrungen.